Aufholjagd für Marvin Dienst in Spa

Marvin Dienst

Nach dem schwierigen Wochenende auf dem Red Bull Ring, hoffte Marvin Dienst beim ADAC Formel 4-Gastspiel im belgischen Spa-Francorchamps auf eine Trendwende. Am Ende erwischte es den Piloten aus dem Kader der Deutsche Post Speed Academy jedoch erneut.

Kein perfektes Wochenende in den Ardennen

Die Ardennen-Achterbahn im belgischen Spa-Francorchamps gehört zu den traditionsreichsten Rennstrecken im Kalender der ADAC Formel 4. 39 Nachwuchspiloten traten bei der dritten Veranstaltung an und erlebten ein abwechslungsreiches Wochenende. Einen großen Anteil daran hatte das Wetter: Trotz Sommeranfang präsentierte sich dieses wenig sommerlich. Kalte Temperaturen und Regen forderten Fahrer und Teams.

Der Lampertheimer Marvin Dienst stand zuletzt vor zwei Jahren in Spa am Start und hoffte auf ein Topergebnis, um den Anschluss in der Meisterschaft nicht zu verlieren – mit nur einem Punkt Rückstand reiste der Südhesse nach Belgien. „Vor zwei Jahren hat Spa mir wenig Glück gebracht, ich hoffe dass es diesmal besser läuft. Die Performance während unseres Vorbereitungstests passte auf jeden Fall“, erklärte der 18-Jährige Titelfavorit.

Im freien Training stellte sich Marvin schnell auf die Anforderungen ein und lieferte im Zeittraining eine gute Performance ab. „Platz drei und vier in meiner Zeittrainingsgruppe sind ganz ok, wobei noch mehr möglich gewesen wäre. Auf meiner schnellsten Runde fing es jedoch an zu regnen und ich hatte keine Chance mehr zum Angriff“, resümierte Marvin die Geschehnisse.

Aus der dritten Startreihe erwischte der HTP Junior im ersten Rennen einen schlechten Start und verlor einige Postionen. Doch es kam noch schlimmer, nach nur neun Kurven war für Marvin das Rennen beendet. Nach einer Kollision fand er sich in den Reifen wieder und mussten einen erneuten Rückschlag verkraften: „Was soll ich dazu sagen. Wie in Österreich wieder ein Ausfall im ersten Rennen, dadurch starte ich auch im dritten Lauf von ganz hinten und habe kaum noch Chancen auf Punkte.“

Nach dem Pech am Samstag, wollte Marvin wenigsten im zweiten Wertungslauf Meisterschaftspunkte sammeln. Doch diesmal bereitete das Wetter Kopfzerbrechen – Sonne und Regen wechselten sich ab. Marvin setzte gemeinsam mit seinem Team auf abtrocknende Bedingungen. Jedoch setzte kurz nach dem Start noch einmal Regen ein und der Fahrer des ADAC Nordbaden büßte etwas an Boden ein. Zu Rennende trocknete die Strecke aber wieder ab und Marvin wurde deutlich schneller, als Sechster kreuzte er den Zielstrich und sammelte wichtige Meisterschaftspunkte. „Auch wenn wir mit dem Setup nicht ideal lagen, bin ich zufrieden. Zum Jahresende kann jeder Punkt wichtig sein“, sagte Marvin im Ziel.

Im dritten Durchgang galt es Schadensbegrenzung zu betreiben. Aus der 36. Startposition kämpfte Marvin sich durch das hochkarätige Feld und zeigte sein fahrerisches Potential. Trotz einer Safety-Car-Phase und einem frühzeitigen Rennabbruch verpasste er als 14. nur knapp die Top-Ten. „Wie schon in Österreich war das eine tolle Aufholjagd, jedoch ohne wirkliche Belohnung. Punkte bekommen wir erst ab Platz zehn. Ungeachtet dessen waren wir konkurrenzfähig, jetzt müssen endlich wieder zählbare Resultat her, sonst wird es im Titelkampf eng“, fasste der Speed Academy-Schützling zusammen und ergänzte: „ein großer Dank an meine Team, die nach meinem Unfall das Auto über Nacht wieder in einen Top-Zustand gebracht haben.“
Bereits in zwei Wochen geht es in der ADAC Formel 4 zum vierten Saisonrennen auf den Lausitzring: „Ich freue mich auf die Strecke, im vergangenen Jahr habe ich dort gewonnen“. Bis dahin wartet aber noch mit zwei Workshops der Deutsche Post Speed Academy, offiziellen Testfahrten auf dem Lausitzring und einem Kart-Event in Ischgl ein volles Programm auf den Youngster.

Marvin Dienst betreibt bereits seit seinem sechsten Lebensjahr Motorsport und tritt mit seiner  dritten Nominierung zum Förderkandidaten der Deutsche Post Speed Academy in große Fußstapfen, so waren in der Vergangenheit auch der aktuelle  Formel1-Pilot Nico Hülkenberg, sowie DTM-Fahrer Timo Glock und Pascal Wehrlein Teil des Förderprogramms und haben dort ihre Grundlagen für den Rennsport erlernt.

Als Nachwuchsprogramm unterstützt die Deutsche Post Speed Academy seit 2004 talentierte und viel versprechende Rennfahrer auf ihrem Weg in den professionellen Motorsport. Über die gesamte Saison werden die Nachwuchspiloten von neun prominenten Jurymitgliedern für ihre Leistungen bewertet und können sich so eine finanzielle Unterstützung für das kommende Jahr sichern.

Text: Marvin Dienst
Foto: P1 Racing Services