Die Crashkids der Formel 3 EM

Formel 3 EM - Pau(F) 2015

Nach den jüngsten Ereignissen in Spa-Francorchamps dürfte wohl kein vernünftig denkender Mensch mehr daran zweifeln, dass viele Fahrer in der Formel 3 Europameisterschaft hoffnungslos überfordert sind.

Offener Brief der Formel-3-Vereinigung e.V.

Große Starterfelder und ein enormer Leistungsdruck tun dabei ihr Übriges.

Mit Nachdruck hat die FIA in den vergangenen beiden Jahren die Restriktionen für nationale Formel 3-Serien derart verschärft, dass die Durchführung einer nationalen Serie nicht mehr möglich ist und Ende 2014 mit der deutschen und britischen Serie die letzten beiden nationalen Formel 3-Meisterschaften in Europa das Handtuch werfen mussten.
 
Dass aber der direkte Aufstieg aus den nationalen Formel 4-Serien in die Formel 3 Europameisterschaft nicht wie gewünscht funktioniert, haben die Ereignisse in Monza und Spa-Francorchamps mit ihren furchterregenden Überschlägen eindrucksvoll und in erschreckender Art und Weise bewiesen.

Den jungen Fahrern fehlt nicht nur der Respekt gegenüber ihren Fahrerkollegen, sondern auch jegliche Furcht vor schweren Unfällen. Dass es bisher nicht zu ernsthaften Verletzungen gekommen ist, ist einzig und allein dem hohen Sicherheitsstandard in der Formel 3 zu verdanken.

Wollen die Verantwortlichen jetzt abwarten bis es tatsächlich so weit kommt, dass ein verunfallter Fahrer nicht mehr aus seinem Fahrzeug aussteigt?
 
Die FIA sollte nun endlich den Mut beweisen, die ganz offensichtlich fahrerische Lücke zwischen Formel 4 und Formel 3 Europameisterschaft vernünftig und sicherheitsbewusst zu schließen und – anstelle die nationalen Formel 3-Serien zu blockieren – allen Aufsteigern aus der Formel 4 vor ihrem Schritt in die Formel 3 Europameisterschaft ein Lehrjahr in einer nationalen nach FIA-Regularien ausgeschriebenen Formel 3-Serie verpflichtend vorschreiben.
 
Text: Der Vorstand der Formel-3-Vereinigung e.V.
Foto: P1 Racing Services