Erster Halbzeitmeister steht fest

Halbzeitmeister Joel Eriksson

Bei der Formel 4-Hitzeschlacht auf dem EuroSpeedway Lausitz zeigte sich das Team Motopark erneut von seiner besten Seite.

5. Saison-Sieg für Joel Eriksson und Rekord von Michael Waldherr

Eine manifestierte Tabellenführung und ein ungewöhnlicher Rekord – das ist die Erfolgsbilanz des Rennstalls von Timo Rumpfkeil im südlichen Brandenburg. Joël Eriksson landete in dem gigantischen Oval in Rennen 2 seinen fünften Saisonsieg und unterfütterte den mit einer fesselnden Aufholjagd im Finale. Da machte es fast nichts, dass er am ersten Rennen nicht teilnehmen durfte – als Strafe dafür, dass er in der Qualifikation eine Rote Flagge nicht ausreichend berücksichtigt hatte. Die Tabellenführung des Schweden blieb dennoch eine sichere Sache.

Der junge Schwede zeigte am Sonntagabend ein strahlendes Lächeln. „Im dichten Mittelfeld ging es darum, cool zu bleiben, um keinen Crash zu riskieren. Ich habe ein Auto nach dem anderen überholt und kam auf Platz 9 ins Ziel.
Am Ende hatte ich etwas Glück, dass Joey Mawson nicht das Rennen gewonnen hat.
So freue ich mich, die Sommerpause als Halbzeitmeister anzutreten.“

Mann des Wochenendes war aber wohl Michael Waldherr, der in Rennen 2 einen frappierenden Rekord aufstellte: Im Verlauf des Rennens überholte er satte 25 Gegner – noch nie hat ein Formel 4-Pilot derart viele Überholmanöver an den Tag gelegt. „Meine Rekordaufholjagd war super. Eigentlich war sie bereits
für das erste Rennen geplant gewesen. Nach zwei Runden hatte ich da auch schon ähnlich viele Plätze wie später im zweiten Lauf gutgemacht“, rekapituliert Waldherr. „Allerdings kam es zu mehreren Zwischenfällen und das gute Ergebnis war dahin. Umso besser, dass es heute Nachmittag geklappt hat, 25 Positionen nach vorne und sogar von so weit hinten noch in die Punkte zu fahren.“

Das Wochenende von Waldherr war ohnehin von Turbulenzen geprägt gewesen: In der Qualifikation war er auf Bestzeitkurs in eine Mauer gekracht, im ersten Rennen beschädigte er sich früh den Frontflügel, später schlitzte ihm ein Kontrahent einen Hinterreifen auf. Platz 8 im zweiten Lauf war ein Höhepunkt der jungen Formel 4-Geschichte, im dritten Rennen ließ er mit Rang 7 gleich noch ein eindrucksvolles Ergebnis folgen.

Jonathan Cecotto verlor nördlich von Dresden seine Führungsposition in der internen Wertung für Neueinsteiger. Die Talfahrt des Venezolaners begann in Rennen 2. Nach Platz 8 im ersten Durchgang, fing der Sohn des ehemaligen Motorrad-Weltmeisters und Formel 1-Piloten Johnny Cecotto sich in Heat 2 eine Durchgangsstrafe, weil er sich auf ein gefährliches Manöver einließ. Die extra Zuckelei durch die Boxengasse kostete ihn zehn Plätze und warf ihn auf Rang 24 zurück. Im Finale wurde Cecotto nach einem Start vom vierten Platz in eine Kollision verwickelt. Die Radlasten des Autos stimmten hernach nicht mehr, mit bananenförmigem Auto konnte er im Krebsgang nicht verhindern, dass er zurückfiel und die Führung in der Rookie-Wertung einbüßte.

Jannes Fittje zeigte beim erweiterten Heimspiel seine bislang beste Form. Der junge Deutsche holte sich sowohl im ersten als auch im letzten Rennen jeweils Rang 6 – nachdem er auch in der Qualifikation mit der fünfbesten Zeit in seiner Gruppe schon zu beeindrucken vermocht hatte. „Dabei wäre sogar noch mehr möglich gewesen“, beteuert Fittje. „Ich bin mit den Roten Flaggen etwas durcheinander gekommen. Als der Restart erfolgte, hatte ich nur noch eine fliegende Runde, und die ist mir nicht optimal gelungen.“ In Lauf 2 erreichte er als Zehnter ebenfalls seine selbstgesteckte Zielplatzierung.

Text/Fotos: P1 Racing Services